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Dr.Dolors Arztromane
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Notarzt wider Willen - Des Übels dritter Teil!
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von
Schwester Ulla
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Der schale Geschmack aus Tiefkühlfrikadelle und Bananen-Eistee
erschütterte Dr.Dolors sonst so sensiblen Geschmacksknospen als
sein Dienstpiepser zu früher Morgenstunde eine weitere Arbeitseinheit ankündigte. Als wäre der bisherige Tag nicht anstrengend genug gewesen zerrte ihn ein weiterer Patient aus den Federn und verlangte nach medizinischer Dienstleistung um seine gesundheitlichen Bedürfnisse zu befriedigen.
Nachdem Dolor noch einige weitere Male aufgestossen hatte, explorierten seine Hände nach einer nahen Lichtquelle welche, nachdem sie aufgefunden wurde, den Raum in undankbar grelle Verhältnisse tauchte. Dem Griff zur Jacke folgte die automatisierte Bewegung seiner selbst durch die verschlungenen Pfade bis zur Fahrzeughalle... |
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Er hatte bereits vor Jahren seine Qualifikation Rettungsdienst erlangt, war aber aufgrund des geringen Frauenanteils nie dazu gekommen, seine wertvolle Anwesenheit im Krankenhaus durch Einsätze an der medizinischen Front zu minimieren. Draussen war es alles anders, draussen war er ungeschütz, nackt. Auge in Auge mit dem Fleisch gewordenen Verfall musste er den Patienten zumindest ein Minimum an Empathie entgegenbringen und konnte nur schwer seine Augen vor Situationen verschliessen, die sein senibles Ich derart belasteten. Hier konnte er sich nicht hinter seinem Mundschutz verstecken, durfte nicht über die körperlichen Unzulänglichkeiten der Hilfeersuchenden vom Leder lassen. Im Gegenteil, er stand unter permanenter Beobachtung seiner beiden Assistenten die im Gegensatz zu ihm eine bessere Schule besucht hatten und für die Ethik und Moral nicht nur Begriffe einer untergegangenen griechischen Epoche waren. Schon alleine diese verdammten Einsatznachbesprechungen waren so hilfreich wie ein Wagenheber beim Skatspielen.
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Waren Rettungsdienstler noch vor Jahren gut deligierbare seelen- und willenlose Schergen gewesen, so hatte sich dieses fragwürdige Berufsbild über die letzten Dekaden zu einem ständig kompetenzexpansiven Ungeheuer entwickelt und trotz aller Innovativität waren wichtigste Aspekte wie beispielsweise ein höherer Frauenanteil immer noch nicht realisiert worden. Dolor hasste dieses ständige Notkompetenzgelabere und wäre es nach ihm gegangen, dann...aber es ging nicht nach ihm. Zumindestens nicht hier und jetzt. Verdammt! Die Welt erschien im mieser als Konsalik es je hätte beschreiben können und so blieb ihm nur der Gedanke an Schwester Ullas wollüstige Lippen. |
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Der Rettungswagen durchstiess die Dunkelheit der Vorstadt wie ein zorniger Stier und die optische Signalanlage umgab das Fahrzeug in einen blauen Cocoon. Hätte es die Funktion eines Schutzschirmes gehabt, würden die von allen Seiten hervorpreschende Gefahr in Form diverser Klein-PKWs und Sattelschlepper einfach daran abprallen - so aber waren sie gezwungen in einem StopAndGo von Kreuzung zu Kreuzung zu hüpfen.
Die Einsatzstelle stellte sich als Restmüllcontainer nahe einer gut gefüllten Bushaltestelle dar. Genau neben diesem war Herr K. aus B. in einem als Synkope getarnten Herzkreislaufstillstand zu Boden gegangen. Aufgrund des Konsums einer lächerlichen Flasche Bier und dem daraus resultierenden Fähnchen schien sich eine Reanimation für die umstehende Partyfraktion zu erübrigen und es erschien ihnen sinnvoller, weiter auf ihren Nachtbus zu warten.
Dr.Dolor erkannte den Ernst der Lage und benötigte weniger als zwanzig Sekunden, bis er mit Hilfe des Rippenspreizers den Thorax eröffnet hatte. Denn er wusste - Zeit ist hier alles! Beherzt umgriff selbiges und übernahm somit die vegetativen Funktion des hilflosen Stammhirnes. Ob es das ohnehin poröse Herz war oder die gewaltigen Kontraktionen seiner Hand konnte im nachhinein nicht mehr festgestellt werden, aber bereits nach wenigen Minuten hatte Dolor das Gefühl, lediglich eine homogen-klumpige Masse Herzparenchym zu kneten. Darüberhinaus füllte sich der gesamte Brustkorb mit einer zwar kühlen aber aufgrund der Farbe dennoch an Blut erinnernde Flüssigkeit. Dr.Dolor war kein Freund von übertriebenen und langandauernden Maßnahmen, darüberhinaus vertrat er auch literarisch eher eine Vorliebe für Kurzgeschichten. Somit stand sein Entschluss fest: Hier konnte kein Arzt der Welt eine bemerkenswerte Veränderung hervorrufen, ausserdem kündigte sich erneut ein gewaltiges Aufstossen an und diesen für seinen Beruf quasi symbolischen Geschmack wollte er nicht öfter als notwendig ertragen.
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Da sich Dank des Restmüllcontainers die Frage der weiteren Vorgehensweise mit dem Leichnahm erübrigte, aber die leidige Diskussion mit dem Rettungsdienstpersonal noch einige Minuten in Anspruch nahm, zog sich die Rückfahrt noch einige Minuten hin, bis das Team schliesslich erschöpft an der Wache eintraf. Noch wärend Dr.Dolor mit dem Gedanken spielte, sich unter Verzicht auf die übliche Handhygiene in den Schlaf zu onanieren drohte erneutes Unheil aus den Tiefen seiner Verdauungselemente. |
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