Zwischen Kneipe und Freibad

11. Juli 2010 geschrieben von LaTraviata

Nach mehr als drei Wochen der Abstinenz, nun ein erneutes Lebenszeichen aus dem Headquarter des Wartens… noch knappe vier Wochen bis zum ersehnten Brief, der mal wieder die Zeit ab August bzw. September neu ordnen wird. Vier Wochen, die hoffentlich schnell vorübergehen werden. Neben dieser nervlichen Anspannung bringe ich meine Zeit weiterhin in der Kneipe zu, wo ich Stammgäste mit Gerstenkaltschale versorge und mich sogleich um mein finanzielles Wohl kümmere ;-) .

Nebenbei habe ich mich mal um einige liegengebliebene Dinge gekümmert und meinem Ex-Arbeitgeber, der vor Monaten inzwischen eine Bewerbung von mir erhalten hat, ich jedoch keine Resonanz erfahren habe, jedoch parallel alle Dienste ehrenamtlich auf einem Volksfest ableisten durfte, mal eine Mail geschickt, um weiteres in Erfahrung zu bringen. Wäre ja schon ganz nett, wenn man mal wüsste, wo man steht…

Ansonsten fühle ich mich wie zu Schulzeiten in den Sommerferien. Viel Zeit für Freibad und Freizeit, jedoch nach einer Woche bereits die Nase voll und Lust auf Vollbeschäftigung. Ich brenne so sehr auf dieses Studium – es muss einfach dieses Jahr klappen! Lasst mich da rein, ich will studieren!!! :-D

Bewegungsmangel

20. Juni 2010 geschrieben von LaTraviata

Nach dem unerfreulichen WM-Spiel des vergangenen Freitags und der netten Situation, dass ich beim Spielertrinken die Nummer 13, Müller, gezogen habe, bin ich abends noch gen Klinik aufgebrochen, die mir ein Wochenende spendiert hat. Ganz ehrlich gesagt, habe ich schon viele Tage vorher daran gedacht und war nicht mehr wirklich entspannt, da ich aufgeregt und hoffnungsvoll der Tatsache bin, daß sich die eigentliche Diagnose als Irrtum herausstellt…

Naja, dank etlicher Monitoringuntersuchungen, war ich mehr oder minder an mein Bett gefesselt und durfte mit Ach und Krach selbsttätig auf die Toilette ;-) …Aber ansonsten ging das schon… und es wäre ja nun auch geschafft, vorerst! Immerhin war das Zimmer komfortabel und Parkettboden im Krankenhaus finde ich nach wie vor schnieke ;-) !

Nichtsdestotrotz geht es jetzt erst einmal ein Ründchen radeln. Bewegung muss sein, da ich durch den Klinikaufenthalt nun den Triathlon verpasst habe – bin gespannt, wie meine Freunde abgeschnitten haben… :-)

Putzeimer, Freibier, Blaulicht… ich sehe rot!

14. Juni 2010 geschrieben von LaTraviata

Wieder zurück von dem Nassgeschwitztentreff schlechthin. Teilweise sind Erwartungen erfüllt worden (wieviele blaulichtgeile Menschen gibt es;-) ) und teilweise übertroffen worden (nette Kollegen, Hotel, Spaßfaktor des Ganzen), aber eines nach dem anderen…

Nach einer legendären Zugfahrt inklusiver etlicher Verspätungen – danke an die DB – bin ich nach 6,5 Stunden in Leipzig angekommen. Durchgeschwitzt, lediglich sich nach einer Dusche sehnend, mit einem Koffer, in dem sich das Unheil ausbreitete, was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wusste. Am Bahhof durch einen Bekannten empfangen, wurde ich mit Koffer direkt in ein Auto durchgecheckt, das uns zu dem abendlichen Essen transportieren sollte. Schön, eine Person unter uns acht kannte ich und so ungeduscht, weder geschminkt, frisiert oder in einer anderen Form einen adäquaten Eindruck erweckend, durfte ich außer Haus Essen gehen! Selten habe ich mich zuvor so unwohl in meiner Haut gefühlt und war nur froh, als diese Versammlung nach einem zu teuren und kulinarisch eher gen Null tendierenden Abendessen aufgelöst wurde.

In meinem Zimmer angekommen, durfte ich erst einmal feststellen, dass Geschmack nicht jedermanns Sache ist und Haarshampooflaschen auch neu gekauft nicht dicht halten müssen :-/! Ist mir vorher noch nie passiert, man kennt aus Erzählungen anderer und denkt, das passiere nie, nie, niemals einem selber – aber so stand ich da, durfte die wichtigsten Sachen, die von Apfel-Mandarine.Shampoo durchtränkt waren, erst einmal von dem seifig-klebrigen Werk befreien! Halleluja! Schön, dass ich hier bin! Einzger Vorteil: ich hatte einen angenehmen Raumduft, von dem sicherlich auch noch die nachfolgende Generation Hotelbesucher zehren wird.

Einige Stunden später, etwas Schlaf inklusive, kam er, der erste Tag auf der Messe. Der Besucheranstur, hielt sich in Grenzen, der Spaß allerdings nicht. Netterweise war mit einigen mehr, als ursprünglich befürchtet, etwas anzufangen und auch unsere Nachbarschaft erwies sich als äußerst spaßig. So kann es weitergehen. Abendessen war ab nun ebenfalls schmackhafter und das Ganze ließ die Lust auf mehr aufkeimen. Lediglich die Temperaturen in Leipzig waren der Hammer…  die Messehallen sind architektonisch zwar gut gelungen, allerdings war hier die Nächstenliebe nicht unbedingt Bauintension. Eine Stahlkonstruktion mit Glas bildet die Haupthalle, ebenso sind auch die Messehallen durch ebensolche Röhren miteinander verbunden. Gefühlte 60 Grad Celsius treiben quasi durch jede Pore Transpirat, was mit dunklen Hosen und Langarmbluse die Dusche am Abend als Ziel ab 10 Uhr morgens immer attraktiver machten! Zum Glück sollte es die nächsten Tage abkühlen…

Die Besucherzahl steigerte sich zum Wochenende hin und jede Feuerwehr aus Oberpusemuckel und Hinterkleinnichtigheim schien irgendwelche menschenartige Wesen auf dieses Highlight durch Busse transportieren zu müssen. 18 Euro kostete eine Tageskarte und ich kann es nach wie vor nicht verstehen, wie man sich das antun kann, aber gut… Beobachtungen ergaben allerdings, dass Adipositas in diesen Kreisen scheinbar zum guten Ton gehört und ein IQ unter 70 Eingangskriterium zu sein scheint ;-) . Ebenso sind rote Putzeimer ein superdolles Werbegeschenk, da sich die Anzahl derer, die mindestens einen in der Hand stolz über die Messe schleiften, im Laufe der Ausstellungsphase exponentiell entwickelte. Hätten wir das passende Putzmittel oder den Wischmopp geliefert ;-)

Ein bekannter Schuhhersteller appellierte mit Freibier und Billigrucksäcken an die Minderbemittelten, was zur Folge hatte, dass die Rushhour an diesem Stand den ganzen Tag über bestand; wieder andere stellten Damen aus dem Horizontalgewerbe als Eyecatcher an die vorderste Front. Das ließ Männerherzen höher schlagen und mich immer weiter an der Spezies homo sapiens verzweifeln… wenn meine Standgenossen nicht alles in allem einigermaßen normal gewesen wären, wäre ich wohl schon zu dem Zeitpunkt freiwillig zum Stand eines fühenden deutschen Kettensägenherstellers getingelt und hätte um Exekution meiner selbst gebeten.

Ausreichende Zigarettenpausen und gekühlter Prosecco ließen diese Empfindungen aber reduzieren und alles in allem war es ganz fein. Netterweise musste ich nicht einmal mit dem Zug zurückfahren und nun bin ich ganz froh, fernab von Blaulicht und dem ganzen Spökes wieder daheim zu sein. Bett, ich komme…. wie habe ich Dich vermisst!

Menschen, Tiere, Sensationen…

8. Juni 2010 geschrieben von LaTraviata

Nach längerer Pause nun mal wieder ein Lebenszeichen in diesem latent vernachlässigten Online-Notizbuch….

Die letzten Tage waren schön, anstrengend, kalt, warm, lustig, nikotin- und koffeinlastig, mal arbeitsintensiv und auch mal langweilig und von Müdigkeit geschwängert. Beginnend am 28.5. war hier in der Region bis zum 6. Juni Hessentag. Das bedeutete, plötzlich mal 35.000 Menschen beim P!nk-Konzert (ich war glücklicherweise dort), ein ausgefallenes und dann bei strömendem Regen wiederholtes aha-Konzert und im Kontrast dazu etliche kulturelle Niederlagen wie Jürgen Drews, Mickie Krause und Konsorten.

Aaaaaaber: ich durfte wieder im Einsatz sein und das auch noch mit buntgemischten Kollegen – mal einer ehemaligen Kollegin, die auch Auszubildende am Flughafen war, dann mit zwei Jungs, mit denen ich die Schulbank in Sachen RA-Ausbildung gedrückt habe. Auch manch lustige, ältere Kollegen haben Dienste geschoben. Ab und an konnte man sich mal über die Organisation des Ganzen aufregen, wenn man dann mal vom Hauptquartier auf den Shuttlebus warten muss und sich nichts tut, oder umgekehrt nach dem getanen Dienst…

Unser Einsatzleiter meinte mal, es sei wie Zeltlager… ja, da musste ich ihm Recht geben… da findet man sich manches Mal auch mit komischen Menschen an ein und dem selben Fleck Erde wieder und fragt sich, wie das passen soll.  Manche sind einfach derart nassgeschwitzt, dass die Basis für zwischenmenschliche Interaktion in diesem Moment zu Staub zerfallen ist – keine Lust! Und dann waren das meist Einsatzsanitäter, die da ihren Mund so voll genommen haben (“ich bin Arzthelferin im 2. Lehrjahr… Viggos legen klappt und Intubieren ist ja jetzt auch nicht so schwer…!”). Kein Wunder, dass Gott und die Welt über den Berufsstand des RA lächelt… wie sollen sie auch wissen, dass wir ab und an auch mehr tun, außer Pflaster kleben und Sprüche klopfen?! Das nervt ab und an ein wenig…

Naja, auf jeden Fall habe ich die Dienste überlebt, sogar die, wo ich verantwortliche Rettungsassistentin war – hat geknallt an dem Abend. Planet Dome DJ Party und ich mittendrin im Sanzelt vor dem Ort der Veranstaltung. Betrunkene, vollgedröhnte, Mädels mit Stilettos, in denen sie nicht laufen konnten (man kann damit auch nur schlangenartige Bewegungen vollziehen, also im Liegen gehen ;-) …), die dann ihre geschwollenen Sprunggelenke und dergleichen hier entblößten und in girlieliker Manier “autschten”… 102 Patienten, ich denke, das war die Rekordnacht und lange hatte ich mich nicht mehr so auf mein Bett gefreut, wie an diesem Morgen um 6.30 Uhr, als wir endlich den Heimweg antraten. Da stimmte mich der Gedanke, sinnlos im Bett zu liegen und zu schlafen noch sehr friedlich, unwissend der Tatsache, dass gegen 9:30 Uhr hier der Herrgott gepriesen würde, direkt an den Auen des Flusses und somit unter meinem Zimmerfenster (!!!!!) – von gitarrenversessenen, lauthals singenden Barden, die mich an diesem Tage noch zur Weißglut treiben würden und Überlegungen im Hinblick auf militärische Aufrüstung der Fensterbänke (Ziegelsteine, Blumentöpfe… eine Zwille… oder gleich ein Flack?!) aufkeimen lassen. Im Endeffekt hatte ich das dann auch geschafft und der Dienst konnte locker munter mit der Anfahrt zur “Wolfsschanze” um 14 Uhr beginnen… Queensberry standen auf dem Programm. Wie? – Kennt Ihr nicht? Kannte ich auch nicht! Das weichgespülte Endprodukt einer dieser legendären Castingshows der privaten Kanäle. Sie “singen” übrigens Vollplayback… aber was will man anderes erwarten?!

So denn.. morgen geht es noch einmal auf die Reise in die Welt der Nassgeschwitzten und Blaulichtgeilen… 5 Tage im Osten ein bisschen Messe und so, mal schauen, was da so für cerebral entkernte humanoide Wesen anzutreffen sein werden… Ihr werdet es ansonsten hier lesen ;-) !

Kleines Lernintermezzo

12. April 2010 geschrieben von LaTraviata

Da meine ehemalige Wirkungsstätte (= Lieblings- und Heimatwache) mich netterweise zu der  Jshresfortbildung angemeldet hat, darf ich mich in dieser Woche mit rettungsdienstlichen Themata beschäftigen. Heute stand zum Auftakt Hygiene an, nicht der Brüller, aber von der Dozentin durchaus nett präsentiert, so daß es nicht so langweilig war, wie anfänglich befürchtet ;-) !

Morgen geht es dann um Intoxikationen und nachmittags steht Skilltraining an, wo wir unter anderem die i.m. Injektion durchnehmen werden, da ein novellierter Algorithmus eben jene abverlangt. Jaaaaa, man spritzt nämlich jetzt bei der Anaphylaxie 1 mg Adrenalin i.m. bevor man noch einen i.v. Zugang sichert. Über den Sinn und Zweck des Ganzen muss ich noch eine Weile sinnieren… Abgesehen davon, dass die i.m. Injektion nicht in meiner Ausbildung zur Rettungsassistentin Anwendung gefunden hätte… weder in Theorie noch in der Praxis, aber gut… muss man sich wohl fügen. Vielleicht finde ich ja nochmal eine Wirkungsstätte, wo ich das ausprobieren darf, ehe ich einem Patienten den typischen Trendelburg Gang dank Fehlpunktion verpasse – man darf gespannt sein. Prinzipiell freue ich mich auf die Woche – endlich mal wieder Lernen und Anwenden; am Donnerstag steht auch die schriftliche, mündliche und praktische Prüfung an. Ein kleiner Ansporn, der auch heute mit produktivem Dasein, also Lernen und Bücher wälzen, meinerseits gedankt wurde.

Einziges Manko: ich verliere mich an Details… das Grobe reicht mir nicht, da mußte ein Biochemie- und Pharmakolgiebuch bemüht werden inklusive etlicher anderer Fachliteratur – aber gerade das macht Spaß. Irgendwann kommt es, das Studium, mit der Lernerei allzu absurder Kleinigkeiten und noch immer kann ich sagen: ICH FREUE MICH!

Jetzt geht es nach einem gelungenen Ausklang in der Kneipe inklusive Kickern ins Bett und morgen hoffentlich einigermaßen frisch und frisiert zum zweiten Tag der FoBi. Ende der Woche wird dann wohl ein Feedback folgen… bis dahin liebe Grüße an Euch da draußen!

done…

28. März 2010 geschrieben von LaTraviata

Die Notaufnahme ohne Patienten… ein Stilleben

Prolog: Manches Mal war es schön, diese Ruhe, keine piepsenden Infusomaten, Perfusoren oder alte Menschen, die ächzen und stöhnen, weil sie lieber sterben möchten, denn auf diesen Tragen zu vegetieren.

Es gab Tage, an denen ich unser System verteufelte, Angehörigen am Liebsten die Beulenpest an den Hals gewünscht hätte und einfach mitgelitten habe. Unsere Sterbekultur ist überdenkenswert – es darf nicht mehr ohne Nutzen der modernen Intensivmedizin hinübergeschieden werden! Da rufen die Kinder den Rettungsdienst, dem leider auch die Hände gebunden sind und setzen gleichzeitig einen dicken Haufen auf den letzten Willen des Elternteils. Da kommen wimmernde Senioren mit dem Rettungsdienst in die heiligen Hallen der Notaufnahme, die nur noch flüstern: “Lasst mich doch sterben!” Meist wollten sie auf Nummer sicher gehen und haben sich mit einem oder gleich allen ihrer Medikamente intoxikiert.

Was will man auch noch in dieser Welt, in der Entfernungen sozialer Natur räumlich immer größer werden und man in einem Alter ist, in dem man die Vernetzung und gleichzeitige virtuelle Annäherung verpasst hat? Wenn der Ehepartner verstorben ist und man alleine ist? Wenn ein Krebsleiden diagnostiziert wurde und prognostisch man ohnehin vom einigermaßen rüstigen Menschen in seinen letzten Jahren zum Pflegefall mutieren wird, ohne dass sich dies aufhalten ließe?

Ich möchte hier sicherlich nicht die Lanze für den Freitod brechen, jedoch um etwas mehr Verständnis für diese Menschen werben. Ich, die sonst immer Suizidalität verteufelt, weil es verdammt nochmal egoistisch ist, einfach so das Leben hinter sich zu lassen ohne Gedanken an die Mitmenschen… aber was ist, wenn da ohnehin niemand mehr ist? Darf man dann denjenigen nicht diesen letzten Wunsch zugestehen? Warum ist es so unmöglich in unserer heutigen Zeit eines natürlichen Todes zu sterben? Mit natürlich meine ich, den Tode im Kreise der Familie oder zumindest in dem häuslichen Umfeld. Ich zumindest könnte mir für meine Familienangehörigen und mich nichts Schlimmeres vorstellen, als anonym im Krankenhaus zu versterben, womöglich noch des Vegetierens bewusst… und ich konnte mir für mich auch in meinem Beruf noch nie etwas Schlimmeres vorstellen, als ohnehin eine dem Tode geweihte Person über 80 Jahren noch das intensivmedizinische Kehrpaket mitgeben zu müssen, was Reanimation und Pharmakotherapie beinhaltet… irgendwann muss auch mal Schluß sein!

Nach diesem emotional etwas überfrachtetem Prolog (ich bitte um Entschuldigung…) nun zu den tagesaktuellen Punkten:

Mein Vertrag in der Notaufnahme geht dem Ende zu, derzeit feiere ich meine letzten Urlaubstage ab und stelle mich auf die Dinge, die da folgen werden, ein.

Am vergangenen Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag, es gab nach dem Dienst noch Sekt und Bier mit den netten Kollegen. Einige Leute sind mir ans Herz gewachsen, wieder andere werde ich nicht vermissen. Mein Resumée über die zwei Betätigungsfelder fällt definitiv für die Arbeit im öffentlichen Rettungsdienst positiv aus. Im Krankenhaus sieht man zwar, wie es weitergeht, jedoch ist auch das ein Job, der viele stupide Routinearbeiten beinhaltet und ganz gewiss könnte man für 60% der Arbeit auch einen dressierten Affen einstellen (wäre mir manchmal lieber gewesen, so anstelle mancher Kollegen… ich mag Affen :-D ). Da ist die Arbeit “draußen” doch ein wenig aufregender – allein die Fahrt zum Einsatzort und die Situation, die man vorfindet! Insbesondere das selbstständige Arbeiten, die wirkliche Teamarbeit (das gab es in der Form in der Klinik nicht; manche schienen sich tagtäglich aufs Neue Taktiken überlegt zu haben, um den “Kollegen” das Leben schwer zu machen) und einfach die Abwechslung. Irgendwie konnte man da etwas mehr sein Hirn benutzen, mittlerweile kommt es mir beinahe so vor, als sei der Schwamm da oben gänzlich trocken gelegt… :-/

Es bleibt nun die Vorfreude auf die Jahresfortbildung meiner Rettungswache Mitte April mit netten Kollegen und hoffentlich interessanten und lehrreichen Tagen. Am Ende steht jeweils eine mündliche, praktische und schriftliche Prüfung an, bis dahin heißt es also noch ein bisschen lernen und zwischendurch die Osterfeiertage mit Freunden in der Schweiz zu verbringen!

Somit verabschiede ich mich von meinem Job mit diesem Bild, wünsche dem geneigten Leser einen guten Start in die Woche und verkrümmele mich jetzt mal am Stück ;-) .

schönes Wochenende!!!

8. Februar 2010 geschrieben von LaTraviata

Beine aus den Hausschuhen herausnehmen und nun erst einmal hochlegen! Das Wochenende war schön und anstrengend :-)... weiter geht's!

Beine aus den Hausschuhen herausnehmen und nun erst einmal hochlegen! Das Wochenende war schön und anstrengend :-) ... weiter geht's!

Nach einem wunderbaren freien Wochenende beginnt nun am morgigen Tage wieder die neue Arbeitswoche, oder besser gesagt, die beiden ArbeitswocheN!

Und nach diesem gelungenen Wochenende habe ich tatsählich nicht sovielLust auf die Alten und Kranken des Landkreises und erst recht nicht auf Spätdienst… die mochte ich schon in meiner Ausbildungszeit nicht. Irgendwie ziehen die  sich meist wie Kaugummi und man kommt von der ARbeit, legt sich hin und steht morgens nicht in aller Herrgottsfrühe auf, um noch den Tag nutzen zu können, ehe es zur Arbeit geht… NEIN, man schläft aus… also kann man sich vorstellen, wie produktiv diese Spätdienstwochen in jeglicher Hinsicht sein können und en effet auch sind ;-) !

Noch dazu kommt, dass an diesem Wochenende sämtliche Rechnungen ins Haus geflattert sind, die man sich nur irgendwie vorstellen kann… Nebenkosten aus dem Jahr 2008…, Krankenversicherung- und Pflegeversicherungsnachzahlung von einer kurzfristigen Beschäftigung, und… und.. und!!! Ein Grund mehr, mal wieder einigen Nebenbeschäftigungen nachzugehen, um den Geldbeutel wieder zu füllen – schließlich will die Miete bezahlt werden und ein wenig Leben, wie jetzt am vergangenen Wochenende :-D soll ja auch noch stattfinden.. und das kostet! Aber ich arbeite fleißig an der Prosperität *düdeldüüüü*!

two months to go…

3. Februar 2010 geschrieben von LaTraviata

Mittlerweile habe ich einiges gesehen, erlebt und heruntergeschluckt, jetzt muss es auch mal ausgespuckt werden: ja, einige Dinge machen mir den endgültigen Abschied von dem Stationsalltag leicht – allen voran mein Vorgesetzter!

Anfangs war es nur stoffeliges Verhalten mir gegenüber – habe ich nichts gegen, ruhigere Menschen sind mir in 99% der Fälle sowieso lieber. Wenn jedoch mein Vorgesetzter mir gegenüber nicht einmal grüßende Worte erwidern kann, so steigert das nicht unbedingt die Arbeitsmotivation; ersrt recht nicht, wenn man nicht weiß, wieso das so ist.

Der größte Aufreger der letzten Wochen ist ohnehin die Tatsache, dass seit Anfang Dezember ein “Orientierungsgespräch” im Raume stand, durch eben genannte Stationsleitung angezettelt. Der Inhalt sollte sich mit meiner Arbeit beschäftigen und einen ersten Status quo erfassen – soweit, so gut. Ständig wurde der Termin aufgeschoben, plötzlich sollte auch die Pflegedienstleitung mit dabei sein und vorzwei Wochen fand das das groß anberaumte Gespräch statt. Nur um die Qualität meiner Arbeit ging es ebenso wenig, wie um mich als Mensch.

“Wir haben uns  dazu entschlossen, Deinen Arbeitsvertrag auslaufen zu lassen!”

Bums. Das war es. Es seien keine Stellen frei – fertig. Anfang derWoche habe ich dann einen persönlich an mich gerichteten Brief von der Pflegedirektion erhalten. Man begrüße mich recht herzlich am Klinikum und möchte mich als neue Mitarbeiterin zu Termin X einladen, bla, bla, bla… Im Nachsatz wünschte man mir noch eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeit dort. Ich mußte doch tatsächlich mal laut loslachen… In diesem Panoptikum weiß wirklich der eine nicht, was der andere tut!

Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz scheinen hier definitiv nicht zu regieren, zumindest nicht in Sachen Personalwirtschaft. Meine Stelle wird ab dem 1. April schon neu besetzt und es wurden sogar schon Leute zum Probearbeiten eingeladen, während meine Person noch nicht einmal überdas weitere Procedere unterrichtet war. That’s fair?! Wer gegen das Team spielt, darf sich nicht wundern, irgendwann mal selbst im Abseits zu stehen… soviel dazu und diese ganzen Begebenheiten machen es einem nicht schwer, bald wieder die Zelte abzubrechen und es nicht nur dabei zu belassen. De facto werde ich wieder einmal einige Leute vermissen, aber die dort herrschende Arbeitsathmosphäre wenn DD (der “dicke Diktator”) vor Ort ist, ist definitiv von schweigender Angst geprägt und den meisten vergeht zu Dienstantritt schon die Lust auf die Arbeitswoche… so etwas kannte ich bisher auch nicht!

Zu renitent und unbequem? Jetzt erst recht!

Frohe Weihnachten…

27. Dezember 2009 geschrieben von LaTraviata

Weitere zwei Wochen sind vergangen und langsam aber stetig wird es irgendwie. Zumindest stellt sich ein Plan ein, was ich wann am Besten erledige in Sachen Neuaufnahme. Die meisten Dienstärzte und Kollegen kenne ich nun auch.

Lngsam aber sicher kristallisiert sich auch heraus, mit wem man gut auskommt und mit wem eher nicht. Erstere Gruppe ist zwar sehr überschaubar, aber wichtig!

Dummerweise bin ich in der Nacht vom 25.12. auf den 26.12. von einem bösen Magen-Darm-Virus mit Hyperemesis heimgesucht worden. Braucht kein Mensch, insbesondere nicht an dem Feiertags- und Dienstwochenende. Zwar erfolgte meine Krankmeldung rechtzeitig, schneller ging quasi gar nicht, nichtsdestotrotz mußten meine Kollegen in Unterbesetzung arbeiten. Aber was nicht geht, geht einfach nicht… Da bringt einen auch schlechtes  Gewissen nicht weiter. Noch immer liege ich mehr als Schatten meiner Selbst im Bett, denn als arbeitsfähiger Mensch und bei jedem Aufstehen schmerzt mein Schädel, als hätte jemand stundenlang mit einem Hammer darauf eingeprügelt. Des weitern bliebe da noch die Frage: “Wo, Kreislauf, wo?!”

Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß es mir bis Dienstag wieder gut geht, denn da beginnt meine Spätdienstwoche, die letzte in diesem Jahr! Dann bin ich schon ganze zwei Monate dort beschäftigt… el tiempo pasado volando…:-) So kann es weitergehen!

11. Dezember 2009 geschrieben von LaTraviata

Eineinhalb Monate sind in der Hölle nun vergangen. Von meinem inneren Gefühl sind es schon Jahre. Leider kann ich mich nicht so recht motivieren, was sich in “auf-dem-letzten-Drücker-Schichtbeginnen”äußert.  Grundsätzlich bin ich ja eher der Typ Mensch, der alles plant und in den beruflichen Angelegenheiten überkorrekt ist.

Andererseits habe ich mich auch noch nirgendwo so unwohl und unwilllkommen gefühlt. Ich zähle jetzt die Tage, die noch bleiben… Studium, ich komme! Und ich freu’mich auf Dich!!!