Menschen, Tiere, Sensationen…

Nach längerer Pause nun mal wieder ein Lebenszeichen in diesem latent vernachlässigten Online-Notizbuch….

Die letzten Tage waren schön, anstrengend, kalt, warm, lustig, nikotin- und koffeinlastig, mal arbeitsintensiv und auch mal langweilig und von Müdigkeit geschwängert. Beginnend am 28.5. war hier in der Region bis zum 6. Juni Hessentag. Das bedeutete, plötzlich mal 35.000 Menschen beim P!nk-Konzert (ich war glücklicherweise dort), ein ausgefallenes und dann bei strömendem Regen wiederholtes aha-Konzert und im Kontrast dazu etliche kulturelle Niederlagen wie Jürgen Drews, Mickie Krause und Konsorten.

Aaaaaaber: ich durfte wieder im Einsatz sein und das auch noch mit buntgemischten Kollegen – mal einer ehemaligen Kollegin, die auch Auszubildende am Flughafen war, dann mit zwei Jungs, mit denen ich die Schulbank in Sachen RA-Ausbildung gedrückt habe. Auch manch lustige, ältere Kollegen haben Dienste geschoben. Ab und an konnte man sich mal über die Organisation des Ganzen aufregen, wenn man dann mal vom Hauptquartier auf den Shuttlebus warten muss und sich nichts tut, oder umgekehrt nach dem getanen Dienst…

Unser Einsatzleiter meinte mal, es sei wie Zeltlager… ja, da musste ich ihm Recht geben… da findet man sich manches Mal auch mit komischen Menschen an ein und dem selben Fleck Erde wieder und fragt sich, wie das passen soll.  Manche sind einfach derart nassgeschwitzt, dass die Basis für zwischenmenschliche Interaktion in diesem Moment zu Staub zerfallen ist – keine Lust! Und dann waren das meist Einsatzsanitäter, die da ihren Mund so voll genommen haben (“ich bin Arzthelferin im 2. Lehrjahr… Viggos legen klappt und Intubieren ist ja jetzt auch nicht so schwer…!”). Kein Wunder, dass Gott und die Welt über den Berufsstand des RA lächelt… wie sollen sie auch wissen, dass wir ab und an auch mehr tun, außer Pflaster kleben und Sprüche klopfen?! Das nervt ab und an ein wenig…

Naja, auf jeden Fall habe ich die Dienste überlebt, sogar die, wo ich verantwortliche Rettungsassistentin war – hat geknallt an dem Abend. Planet Dome DJ Party und ich mittendrin im Sanzelt vor dem Ort der Veranstaltung. Betrunkene, vollgedröhnte, Mädels mit Stilettos, in denen sie nicht laufen konnten (man kann damit auch nur schlangenartige Bewegungen vollziehen, also im Liegen gehen ;-) …), die dann ihre geschwollenen Sprunggelenke und dergleichen hier entblößten und in girlieliker Manier “autschten”… 102 Patienten, ich denke, das war die Rekordnacht und lange hatte ich mich nicht mehr so auf mein Bett gefreut, wie an diesem Morgen um 6.30 Uhr, als wir endlich den Heimweg antraten. Da stimmte mich der Gedanke, sinnlos im Bett zu liegen und zu schlafen noch sehr friedlich, unwissend der Tatsache, dass gegen 9:30 Uhr hier der Herrgott gepriesen würde, direkt an den Auen des Flusses und somit unter meinem Zimmerfenster (!!!!!) – von gitarrenversessenen, lauthals singenden Barden, die mich an diesem Tage noch zur Weißglut treiben würden und Überlegungen im Hinblick auf militärische Aufrüstung der Fensterbänke (Ziegelsteine, Blumentöpfe… eine Zwille… oder gleich ein Flack?!) aufkeimen lassen. Im Endeffekt hatte ich das dann auch geschafft und der Dienst konnte locker munter mit der Anfahrt zur “Wolfsschanze” um 14 Uhr beginnen… Queensberry standen auf dem Programm. Wie? – Kennt Ihr nicht? Kannte ich auch nicht! Das weichgespülte Endprodukt einer dieser legendären Castingshows der privaten Kanäle. Sie “singen” übrigens Vollplayback… aber was will man anderes erwarten?!

So denn.. morgen geht es noch einmal auf die Reise in die Welt der Nassgeschwitzten und Blaulichtgeilen… 5 Tage im Osten ein bisschen Messe und so, mal schauen, was da so für cerebral entkernte humanoide Wesen anzutreffen sein werden… Ihr werdet es ansonsten hier lesen ;-) !

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