Fast fertig…

30. Juli 2009 geschrieben von eva

So, Tag des praktischen Examens: Hab die Nacht eigentlich sehr ruhig geschlafen, war am morgen pünktlich da, hab sogar ne Übergabe bekommen (siehe letzter Eintrag) musste dann noch ein paar Dinge umorganisieren, da in der Nacht die Braunüle die ich eigentlich frisch verbinden wollte, para gegangen ist und daher gezogen wurde. und außerdem noch die Patientin der ich ne Infusion anhängen wollte entlassen wurde…aber alles kein Problem, sowas haut mich nicht um, solche Dinge wie Infusion und Braunüle hat man auf einer internen Station ja öfter…

Halb acht, sowohl meine Lehrerin als auch die begleitende Praxisanleiterin waren auf Station…los gehts…

Als erstes Infusion mit Medikament herrichten und anhängen, lief dann (dank meines vorherigen Anspülens bevor alles da waren) auch ganz prima…nächster Punkt: Braunüle verbinden…war dank der Mithilfe der Patientin (die selber Krankenschwester war) auch kein großes Problem…dann der A3 (Vollpflegefall) Patient mit kompletter Grundversorgung, Medikamente richten, Heparin und Insulin spritzen, Mobilisation und Frühstück herrichten…nach ner guten Stunde war ich dann soweit, hatte alles ordentlich gemacht, war frohen Mutes für die bevorstehende Blutabnahme und den Katheterwechsel…

Doch dann Schockstarre: verlasse gerade mit meinem “Gefolge” das Zimmer des A3 Patienten, da kommt im Flur meine Kursleitung mit ernstem Gesicht auf mich zu…große Panik…hat gestern was mit der Planung nicht gepasst, sonst irgendwelche Schwierigkeiten???

Sie kommt also auf mich zu begrüßt mich und fragt ” Sie wollten doch auf Zimmer 28 jetzt dann den Katheter wechslen oder??”  —-Ja so wars geplant— ” Ja das tut mir jetzt leid aber den hat die Visite gerade rausgezogen und er soll auch keinen neuen bekommen…”   —-Oh ja genau sowas möcht ich mitte unter meinen praktische Prüfung hören!!!

Sie hatte sich dann aber  zum Glück schon um Ersatz gekümmert, musste dann zwar auf die Nachbarstation aber das ist mir persönlich ganz egal, die Technik bleibt je dieselbe…

Hab dann diese Hürde auch noch gemeistert und nach dem Abschlussgespräch war dann um halb elf endlich alles gelaufen.

Bin so froh das alles vorbei ist und das jetzt nur noch das mündliche ansteht…jetzt kann ich endlich ein bisschen entspannen und kann ganz ruhig vor mich hin arbeiten, muss ja keinem mehr beweisen dass ich es wirklich richtig kann…

Sehr tolles Gefühl

Hallo Station, hier bin ich…

19. Juli 2009 geschrieben von eva

Ja, die Stationsarbeit hat uns wieder…noch ein letztes Mal als Schüler, obwohl es sich stellenweise nicht mehr so anfühlt—aber dazu später mehr.

Erster Tag auf der komplett unbekannten (!!!) Station mit komplett unbekannten (!!!!) Patienten mit komplett unbekannten Krankheitsbildern (!!!) (Ja gut es ist Kardiologie, aber das kann halt einfach auch alles sein)

Noch ganz euphorisch vom überstandenen schriftlichen Teil komm ich also an besagtem Tag um 5:43 (6:00 ist Dienstbeginn—nur so am Rande) auf meine Station, werde auch ganz freundlich begrüßt…Tasche dort hinein, Kaffe steht da, Tassen im Schrank, Übergabe im Stützpunkt…setze mich mit meinem Kaffee nieder und warte auf die Übergabe. Die Schwestern besprechen alles mögliche miteinander, es wird dann auch schon sechs, aber keine Übergabe, wird auch viertel nach sechs, kurz vor halb sieben verabschiedet sich dann der Nachtdienst, alle stehen auf und räumen ihre Tassen weg, bereiten sich aufs arbeiten vor—ABER KEINE ÜBERGABE!

Ich frag dann meine Schwester wie sie es hier mit der Übergabe halten und was sagt sie mir???  ” Ach Übergabe waren wir schon fertig bevor du gekommen bist…”  Ja wie, was??? Da komm ich schon 17 !!! Minuten früher zum Dienst als ich muss und dann ist die Übergabe schon fertig bevor ich komm??? Super…aber ganz ehrlich: wer braucht an seinem allerersten Tag auf der neuen Station schon ne Übergabe??? kann man doch schließlich riechen was einem Patienten so fehlt… bisschen angepisst nach dem ersten Tag, aber gut am nächsten Tag hab ich ja dann Spät, da werden die mit der Übergabe dann schon irgendwie auf mich warten…

Nächster Tag Spät, meine  persönliche Lieblingsschicht! Komm also in die Stationsküche (mittags ist die Übergabe hier) und außer mir sind schon zwei “volle” Kollegen da…als die Übergabe dann losging hab ich mir zwar gedacht dass von den Vollkräften schon noch einer fehlen muss weil drei Bereiche—drei Schwestern, aber hier ist das ja wohl auch nicht unüblich dass ohne alle angefangen wird. Also brav zugehört, alles aufgeschrieben…

Bei der Übergabe vom letzten Bereich, zwar schon etwas Verwunderung warum mir die Frühschwester soooo genau erklärt was Nachmittags alles zu tun ist, aber mir prizipiell egal, mir wird schon einer sagen was ich zu tun hab. Nach der Übergabe also raus auf den Stationsflur, kurz umgeschaut und dann mal eine der Kolleginnen gefragt mit wem ich heute mitgehen soll… kommt die Antwort die ein Schüler am zweiten Arbeitstag auf einer neuen Station unbedingt hören will ” Mit garkeinem du hast heute alleinen einen Bereich, Übergabe hast ja bekommen…” Alles klar, ich bin hier neu, kenn nichts auf der Station und hatte noch nie nen Bereich so richtig allein (mal zwei Zimmer, aber was ist das schon…) und jetzt soll ich das auf die Reihe bekommen….ja gut. Hab den Nachmittag dann irgendwie rumgebracht, versucht zu tun was alle anderen tun, hab mich bemüht nen ordetnlich Übergabe hinzukriegen, und ja ging schon so…und immer wenn ich das Gefühl hatte es geht nicht mehr hab ich mir gedacht ” Ab Oktober willst du für zwei Intensivpatienten zuständig sein, da kannst du hier jetzt nicht das Rumheulen anfangen und aufgeben…”

 

Zwei Wochen Spätschicht später: Ich hab das Alles tatsächlich im Griff, ich kann aufnehmen, entlassen, von Wache oder Intensiv abholen ohne die Hälfte zu vergessen, schaffe es auch im größten Stress cool zu bleiben und einfach eins nach dem anderen abzuarbeiten, schaffe es trotz meinem Schülerstatus (den mein Namensschild ja immer noch kundtut) den Ärzten meinen Wünsche klarzumachen und bringe sie dazu (meistens) zu tun was ich will. Ha, ich habs drauf…

Glaube dass mir diese zwei Wochen im Hinblick aufs Examen unglaublich gut getan haben weil ich da gelernt habe voll und ganz hinter dem zu stehen was ich mache und nicht mehr so auf Schülerart ” darf ich, und wirklich??? und hab ich das jetzt richtig gemacht…und ich trau mich nicht,bin ja nur Schüler” sondern irgendwie schon als Schwester ” Ich mach das so und so ist es gut, weil ich bin die Schwester hier!!!”

Hoffe ich kann dieses Selbstbewusstsein ins Examen retten… Am Freitag nachmittag werden wir es wissen

Es ist vollbracht…

2. Juli 2009 geschrieben von eva

Jawohl, es ist vorbei, zuende, fertig, vorüber, überstanden…drei Tage schriftliche Abschlussprüfungen liegen hinter uns angehenden Krankenschwestern. Und ja alle hatten recht: es war garnicht so schlimm!!!

Der erste Tag mit Schwerpunkt Anatomie kreiste um Colon-Ca und Diabetes. Das einzige was mich persönlich etwas kalt erwischt hat war die Frage nach dem metabolischen Syndrom und der korrekten Beschriftung einer Schemazeichung vom Auge (diabetische Retinopathie als Hintergrund) aber sonst alles ziemlich fein machbar…primäre Erleichterung danach!

Der zweite Tag mit Schwerpunkt Pflege und Beratung bracht dann unglaubliche neue Themengebiete zutage: Mamma-Ca und Diabetes—olé, olé. da hier grundsätzlich viel Fantsie gefragt ist war der Tag recht einfach, weil mal ganz ehrlich auf die Frage der Wohnungsumgestaltung bei einem Neu-Rollstuhlfahrer hat doch jeder irgendwie irgendeine Antwort..auch ohne gelernt zu haben.

Dritter Tag dann Recht und Berufskunde,das große Panikfach von so ziemlich jedem, denn da kann man sich nichts einfallen lassen oder drumrum reden, du weisst es entweder oder weisst es nicht–so geschehen bei der Frage nach dem ökonomischen Prinzip…ja was weiss denn ich!?!

Aber nun ist alles vorbei, wir habens tatsächlich geschafft wir sind zu einem Drittel schon Krankenschwestern…#

Ab Montag geht dann der letzte Stationseinsatz mit praktischem Examen los, bei mir ist es am 24.Juli soweit und dann ist erstmal Ruhe bis zum 2. September, da gehts dann nochmal ins mündliche und dann sind drei Jahre Lehrzeit wirklich schon so einfach um.

Aber jetzt werde ich erstmal drei freie Tage geniessen, mich nicht mit Schule, Lernen oder sonstigem beschäftigen, sondern einfach das Geschaffte geniessen

Sehr gutes Gefühl…

Der Countdown läuft…

24. Juni 2009 geschrieben von eva

Ja jetzt ist es schon weniger als eine Woche bis es ernst wird…Schon irgendwie seltsam zu wissen dass drei Jahre Ausbildung ganz bald vorbei sind, dass sich unsere Clique die sich über die Jahre gefunden hat in alle Winde zerstreuen wird und man sich evtl nicht mehr wiedersehen wird.

Für mich ist es auch ein seltsames Gefühl zu wissen dass ich ab 1.10 meine Stelle auf der Intensivstation habe, in einem neuen Haus, mit neuen Methoden, neuen Kollegen, ganz plötzlich dann auch als Schwester und nicht mehr als Schüler, die Vorstellung da im Oktober hinzugehen und nach sechs Wochen nicht schon wieder Abschied nehmen zu müssen…schon strange!!!

Bevor es aber mit Prüfungen losgeht werde ich noch mal wieder was fürs BRK tun: hab Dienst auf dem großen Bürgerfest am Wochenende von 9:00 bis 24:00, wird lang…mal sehen was es so zu tun gibt.

bis 17:00 haben wir dort zumindest noch nen Doktor und nen RA falls es echt zur Sache geht, aber ab dann (sprich wenn die Säufer-Nachtschicht losgeht) bin ich mit RDHs und SANs allein…kleiner Trost: wenns nötig wird kann in fünf Minuten ein Arzt per Boot bei mir sein…Juhuu und irgendwo in der großen weiten Stadt kurven ja auch noch RTWs und NAWs rum…sagt man

Mal sehen was wird werden das schon schaukeln, ist quasi schon mal so ne kleine Übung fürs Dasein als Schwester.

Mit dem Lernen fürs Examen bin ich auch soweit, muss aber sagen beim wiederholen und zusammenfassen hab ich erst gemerkt wieviel Schrott wir eigentlich in den drei Jahren gelernt haben den ich nie nie nie wieder in meiner ganzen Berufslaufbahn brauchen werde…oder habt ihr ausgelernten Schwestern da draussen schonmal nen Patienten zu seiner Ernährung beraten der Fructaner werden wollte??? Oder sich nur noch ayurvedisch enähren wollte??? Oder einer Patientin nach Mamma-Amputation erklärt dass sie sich die Nägel nur noch feilen darf und nicht mehr schneiden weil sie sich ja die Schere in den Arm auf der Seite der Mamma-Amputation rammen könnte??? oder einen Patienten der auf Marcumar eingestellt wird, beraten welche Pflanzen er in seinem Garten haben darf und welche nicht, wegen Dornen und so??? und das Schlimmste: als wir das alles gelernt haben war es angeblich unglaublich wichtig und auf jedenfall examensrelevant, weil das unser tägliches Geschäft sein wird…ganz furchtbar.

Wenn man sich in dieser Ausbildung auf die wirklich wichtigen Sachen beschränken würde könnte man in einem Jahr fertig sein, und da wundert es auch keinen mehr dass ich das ganze Wissen gesammelter drei Jahre nun auf knapp 50 DIN A4 Seiten zusammengefassst habe und nach den Prüfungen feststellen werde dass ich es immer noch übertrieben hab.

Kurz vorher kann man mich eh wieder wegwerfen, bin immer ein furchtbares Nervenbündel vor solchen Sachen. Bin jetzt (knappe Woche vorher) ja schon bei einem Kaffeekonsum von zweieinhalb Kannen (großen Kannen!!!) pro Tag. Kurskolleginnen von mir haben ihren Zigarettenkonsum von einer halben Schachtel pro Tag auf teilweise über zwei Schachteln gesteigert…kein Wunder dass alle Welt behauptet Stress wäre ungesund!!!

Ich glaub dran…

Angst…Panik…Chaos

17. Juni 2009 geschrieben von eva

So, es ist soweit, es ist Zeit für die ganz große Krise, für die ultimative Resignation, für ganz viel Panik, oder anders gesagt…nur noch zwei Wochen bis zum Examen und gefühlterweise von Nichts aber wirklich Garnichts Ahnung.

Treiben uns derzeit in der Schule rum, aber statt sinnvolle Dinge wie Wiederholung oder Fallbeispiele zu machen müssen wir uns zwei Tage mit so einem Kinästhetik-Kurs abplagen.

Nicht dass etwas gegen Gruppenkuscheln wahlweise auf der Isomatte oder im Pflegebett einzuwenden wäre, aber muss das so kurz vorm Examen noch sein?? Jeder will nur noch am Schreitisch sitzen und lernen oder diverse Vorstellungsgespräche führen um seine Zukunft zu sichern, aber niemand, wirklich niemand möchte im Moment mit geschlossenen Augen auf dem Boden liegen und seine Massen erspüren oder die Schwere seiner linken kleinen Zehe fühlen…nein,nein,nein.

Dementsprechend motiviert sind halt auch alle bei der Sache. Meist sitzen wir nach einer kurzen praktischen Übung in irgendeiner Ecke beisammen und überlegen bei welchen Themen es sinnvoll ist diese wirklich bis in die Tiefe zu lernen und was man wohl getrost weglassen kann…nebenher werden noch Erfahrungen aus den Vorstellungsgesprächen ausgetauscht und sich mit den Kollegen über erste errungene Siege sprich Anstellungen gefreut und so ein klein wenig auch schon Pläne für die Feier des ganz großen Abschlusses und der Etappensiege (schriftlich, praktisch) gemacht.

Alles in allem sehr fade Tage derzeit…den Rettungsdienst hab ich bis Ende Juni auch gestrichen, weil der Abschluss dann doch wichtiger ist. Außerdem ist am letzten Juni – Wochenende in unserer Stadt ganz großes Bürgerfest und erstens will ich da privat hingehen (und saufen…) und zweitens wäre ich nie wieder so wahnsinnig da Rettungsdienst zu fahren…einmal vor zwei Jahren und die Erfahrungen von damals lehren mich das nie wieder zu tun! Da müssten schon 99% der Wache krank niederliegen damit ich da nochmal Ja sag…das von vor zwei Jahren hat mir vollkommen für immer und ewig genügt. Hoffe nur dass ich mit dem Vollrausch den ich von dort sicher mit heimnehmen werde nicht gerade die Gehirnzellen vernichte die das bisschen Wissen was mir geblieben ist gespeichert haben, denn am Dienstag drauf beginnen unsere schriftlichen Prüfungen und irgendwas sollte ich dann schon zu Papier bringen um es nicht ganz zu versauen. Und es werden sicher auch Fragen dabei sein die man nicht nach der „ mir wird dann schon irgendwas dazu einfallen…“ Methode beantworten kann. Nur gut dass es für mich nicht mehr wirklich auf die allerbeste Note ankommt, hab schließlich vor ein paar Tagen meinen neuen Arbeitsvertrag schon unterschrieben…Intensivstation ich komme!!!

Der Countdown läuft…

24. Mai 2009 geschrieben von eva

So lange nichts mehr geschrieben, aber bei neun Tagen Frühdienst und jeden Nachmittag noch an der Renovierung der neuen Wohnung arbeiten schafft einfach.

Aber jetzt hatte ich ein paar Tage frei, hab meinen Umzug soweit über die Bühne gebracht (nur noch die alte Wohnung sauber machen und in der neuen alles auspacken…)und finde auch mal wieder die Zeit zu schreiben.

War schon einiges los in letzter Zeit: Hier in meiner Stadt hat ein großes Volksfest begonnen, ich persönlich merk das auf meiner Station jetzt zwar nicht so, aber die Notaufnahme merkt es deutlich und auf dem Weg in die Arbeit liegen auch deutlich mehr Betrunkene in den Büschen als für gewöhnlich üblich…

Meine bessere Hälfte hat auch diverse San-Dienste auf diesem Fest und dann kanns auch mal ganz leicht passieren dass er sich um 19 Uhr auf den Weg macht-”Bis halb zwölf bin ich wieder da…” und wenn er heimkommt ist es dann doch schon irgendwie halb vier, weil sich die Patienten im Zelt gestapelt haben und keine Autos mehr zu bekommen waren weil einfach jeder auf der Strasse war…

Ich geh da lieber arbeiten, das ist wesentlich stressfreier bei uns weil egal was draussen los ist, ich geh um zwei…normalerweise.

Natürlich gibt es auch hier so Tage da soll es einfach nicht sein… mittag halb eins, das übliche auf die Spätschicht-zur-Übergabe warten. Kommt mein Stationsleiter zu mir und meint so ” Hey wir haben heute alle Reanimationsfortbildung und du hast die ja schon, könntest du ausnahmweise bis um drei bleiben bis wir wieder da sind??”  Ja, ne klar is kein Problem, bis um drei ist nicht schlimm und bei über einer Stunde minus aufm Zeitkonto durchaus okay…

Ja dann saß ich da, ganz allein mit einem anderen Schüler vonm dritten Kurs Altenpflege und die Station war unser!!! Und es war wirklich angenehm, entgegen der üblichen Gewohnheit hat keiner geklingelt, das Telefon war friedlich, alles wirklich schön…bis 14:50— Glocke in meinem Bereich, ein Patient der nie klingelt weil er eigentlich kompletter Selbstversorger ist… na gut, aufstehen, hingehen, Probleme lösen, Menschen glücklich machen…

Mach also so die Tür auf, seh den Herrn am Tisch auf seinem Stuhl sitzen und er lässt mich garnicht meine üblich “was ist denn los?” Frage stellen sondern bricht gleich los ” Schwester, schauen sie mal schnell ich glaub meinem Nachbarn geht es nicht so gut…” ich dreh mich also ein wenig, schau mir seinen Nachbarn an, und freue mich über das Bild eines voll ausgeprägten Krampfanfalles und die schöne grau-blaue Hautfarbe des Herrn. Ja super….

Es war dann schon kurz nach fünf bis ich aus der Arbeit kam, natürlich dann schon dementsprechend kaputt, aber immerhin kein Minus mehr aufm Zeitkonto… Aber es ist schon gut dass sowas nicht jeden Tag passiert.

Heute am Sonntag geniesse ich noch meinen letzten freien Tag, ab Montag muss ich drei Tage arbeiten und Donnerstag früh geht es dann wieder los mit unserer großen verrückten BRK-Zirkustournee, besser bekannt als Wallfahrt nach Altötting. Bin dieses Jahr wieder als Sanitäter mit dabei und ich denke es wird wieder echt lustig auf die drei Tage mit den Kollegen unterwegs zu sein und am Samsatg vormittag dann mit 10.000 Leuten Altötting zu erreichen und am Abend wieder daheim zu sein und nur noch ins Bett zu fallen…

Werde danach einfach mal berichten wie es so war und wie es so geht nach drei Tagen “aufsitzen und weiterreiten”…

Schweeeeester oder Hallo zurück

8. Mai 2009 geschrieben von eva

So, es ist passiert, ich bin zurück auf Station, dass vorletzte Mal als Schülerin. Mein Weg führt mich diesmal auf die geriatrische Reha…klingt nicht spannend, ist es auch nicht.

Alles in allem sind die Kollegen ganz nett, da kann man nichts sagen, nur ihre Arbeitseinteilung ist etwas seltsam und für einen “Normalschüler” echt gewöhnungsbedürftig.

Los gehts um sechs Uhr mit der Übergabe…dauert im Schnitt bis viertel nach sechs, danach tief durchatmen, Bereich erobern und Schüler/Praktikanten verteilen und los… kurz vor halb sieben also ins erste Zimmer, raus aus dem Bett rein ins Bad, schnell, schnell ich habs eilig, Tageskleidung anziehen, ab an den Tisch und bitte dann ganz ruhig aufs Frühstück warten weil es hat eh keiner Zeit. Dann, schnell, schnell, zum nächsten, und zum nächsten und zum nächsten, schließlich müssen bis halb acht alle gewaschen sein und fix und fertig draussen sitzen…

Halb acht, der Frühstückswagen rollt um die Ecke und Yippiiiiie-Sieg für die Pflege-alle sind gewaschen und warten ganz ruhig und still aufs Frühstück und auf die Therapeuten danach. Noch die Tabletts austeilen, und dann frühstückt auch das Team. Hier die nächste Besonderheit: alle frühstücken zusammen…Schwestern, Ärzte, Reinigungskräfte und ja , sogar die Schüler werden wie menschliche Wesen behandelt und dürfen sich mit an den Tisch setzen, bekommen Semmeln und Kaffee, dürfen sogar die Zeitung lesen wenn sie möchten… Ganz neue Erfahrung für mich, hat man selten so als Schüler.

Danach: Frühstücktabletts wieder einsammeln und schnell, schnell…ne halt, wir haben ja schon alles erledigt, was tun wir jetzt?? Dritte Besonderheit, so stressig wie hier die ersten paar Stunden sind so lässig ist dann der Vormittag, bisschen Blutabnehmen, vielleicht mal ein oder zwei Betten neu beziehen, bisschen auf die paar Glocken gehen (hier läutet ja kaum einer, die werden alle von den Therapeuten beschäftigt…) und sonst verzweifelt Arbeit suchen, weil man sonst ganz schnell als fauler Schüler da steht…man entwickelt Fantasie.

Und so ging das jetzt acht Tage lang, irgendwann gewöhnt man sich ans “schnell,schnell!!” und danach “was jetzt??”  aber irgendwann ist die Luft dann doch raus. Gut dass ich die letzten zwei Tage nochmal Schule hatte -Kinästhetikkurs-  zur Erklärung: Gruppenkuscheln in Kleingruppen wahlweise auf dem Boden oder im Bett, das was man dabei lernt soll einem die Arbeit erleichtern. Mich überzeugt das nur teilweise, aber gut, eine andere Wahl hab ich eh nicht also geh ich hin, nimm das Zertifikat mit, glänz damit bei den anstehenden Bewerbungsgesprächen, und freu mich außerdem dass meine Schule die knapp 200 Euro für den Kurs zahlt und nicht ich und dass das Ganze auch noch als Arbeitszeit gilt.

Jetzt hab ich ein paar Tage frei, am  Montag gehts weiter, diesmal nur neun Tage…

Schnell, Schnell…ich muss weg

Feiner Tag…

27. April 2009 geschrieben von eva

Lang nichts mehr von mir hören lassen, aber keine Zeit für garnichts…

Die Tagschicht die (mittlerweile) vorletzten Sonntag gefahren bin war mal wieder sehr entspannend…Nur vier Stück während der RTW in der selben Zeit zehn gefahren hat…

Ging schon mal sehr gut los, wir konnten bis halb neun in der Wache bleiben und dann ins Krankenhaus ums Eck zum Frühstücken…danach wieder zurück zur Wache und der erste kam dann erst um halb zehn, ne Einweisung wegen Erbrechen bei Medikamentenunverträglichkeit (die schon vom Krankenhaus her bekannt war…) eine ruhige Fahrt für uns…danach ne Einweisung von nem Onko-Patienten wegen schlechtem AZ…präfinal. Auch ne angenehme Fahrt auch wenn es schon ein bisserl komisch war weil der Patient grad mal zehn Jahre älter war als ich…

Danach Mittagessen in der Innenstadt und -welch schöner Tag- bei Rückkehr ein “H” auf dem Display, also ab zur Wache. Hab mich dann gleich mal an den Computer gesetzt um Belege einzugeben war grad mit dem ersten halb fertig, schon ging der Piepser ” 72/7 Notfalleinsatz”…jiehaa, da werden wir sogar am Sonntag etwas schneller.

Es ging dann um eine Sportverletzung beim Fussball, irgendwas in Richtung Außenbandabriss oder Meniskusschaden, tat dem Patienten auf jedenfall sehr weh, so dass wir uns dan entschlossen haben doch nen NA nachzufordern…

Der kam dann auch, befragte den Pat. ob er Schmerzen habe, Pat. hat vor lauter Schmerzen aber kaum sprechen können und hat daher auch nichts gesagt…dreht sich der Doc um und sagt zu mir” na schau, der sagt nichts davon dass er irgendwie Schmerze hätte, ich geb ihm jetzt nichts. Ne 500 Ringer kann er haben, aber nen Zugang leg ich nicht, müsstet ihr dann selber machen”—-Ja, genau für sowas hol ich mir nen Arzt dazu.

Im Krankenhaus abgeben, kurz ärgern, noch kurz mit dem netten NEF-Fahrer geredet und dann gings schon weiter. Verlegung von der Uniklinik Intensivstation ins Bezirkskrankenhaus…Psycherl fahren, immer net so toll am Sonntag.

Kamen dann dahin, war ne ganz junge Patientin, die sich mit Schlafmitteln umbringen wollte, dann aber doch die Geduld verloren hatte, und sich dann eingebildet hat noch den Arzt zu rufen sich auf Intensiv legen zu lassen und dann vor aller Augen am Monitor zu sterben…hat dann aber auch nicht geklappt, also ab in die Klapse damit.

Nach der Fahrt dann zurück zur Wache, endlich mal das Zeug am Computer fertig machen. War dann kurz vor vier als ich mich zum Kollegen auf die Couch gelegt habe, irgendwie sind wir dann wohl eingeschlafen und als wir die Augen wieder aufgemacht haben wars tatsächlich schon halb sieben…und die Ablöse kam auch grad zur Tür rein…ein super Tag soweit…

Dann schnell heim, noch was zu essen machen und dann ab auf die Couch den Rest des Tages geniessen.

Ab nächster Woche bin ich dann wieder im Krankenhaus auf Station, der große Schulblock ist vorbei. Bin dann auf der geriatrischen Reha, mal sehen wie es wird…

Der Tag hat 24 Stunden…

16. April 2009 geschrieben von eva

…und wenn das nicht reicht arbeiten wir eben die Nacht durch!!! Genauso geht es mir zurzeit…

Selten dass ich unter 15 Abwesenheit nach Hause komme, und wenn dann nur kurz zum Umziehen weil ich schon wieder weiter muss. Keine Zeit für garnichts, aber hunderte unerledigte Aufgaben…

Dienstag war Sitzung unserer Bereitschaft, soweit meist ganz nett, aber in letzter Zeit geh ich da immer mit nem Haufen neuer Aufgaben raus ohne das wirklich zu wollen. Bin dazu auserwählt worden für unseren Haufen die Materialverwaltung zu übernehmen, die Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederverwaltung und nebenher auch noch Statistik zu machen und Schriftführer zu sein.

Gut dass wir im Moment nur zwei Koffer, einen Rucksack, einen RTW und einen HvO und drei große Stahlschränke voll Material haben für das sich das letzte Jahr niemand interessiert hat, so dass die Verwaltung und der monatliche Aufwand fürs durchchecken sich seeeehr in Grenzen hält ( Bereitschaftsleitung: “Mehr wie sieben, acht Stunden brauchst nicht, dann hast erstmal alles und zum Checken höchstens drei oder vier…”).

Der Rest ruht derweil ein wenig da für die Öffentlichkeit noch nicht viel getan werden muss, da wir erst vor ein paar Monaten neue Flyer gemacht haben und die nächsten Artikel für presse und Co. erst im Juli mit unserem neuen Auto fällig werden.

Müsste halt das Protokoll vom letzten Abend noch in den Laptop hacken und endlich mal anfangen unsere Powerpoint-präsentation zu überarbeiten…aber ich komm mal zu garnichts.

Evtl Sonntag dann, da fahr ich Tagschicht und wenn ich Glück hab bleibt es relativ ruhig und ich kann das alles erledigen. Wir werden sehen…

Die Nacht ist unser…

12. April 2009 geschrieben von eva

Nachtschicht in den Schulferien und am nächsten Tag auch noch Feiertag…heisst ja normalerweise nichts gutes.

Bin daher nach einem extrem stressigen Nachmittag mit gemischten Gefühlen auf die Wache gefahren, zumal der RTW Beifahrer auch noch ein unbekannter Hauptamtlicher war. Da kann dann alles auf einem zukommen und die Chance auf was gutes ist fifty- fifty.

Einziger Lichtblick: ich würde meine KTW-Nacht mit einem meiner liebsten Kollegen verbringen und egal was auf uns zukommen würde, es würde lustig werden.

19 Uhr Dienstbeginn, um 18:40 war unser Auto vollzählig und wir haben schon mal das Auto gecheckt um pünktlich zum Dienstbeginn dann zum Essen fahren zu können. Theoretisch ein guter Plan, praktisch mangelte es an der Durchführung: 18:57 Anruf von der Leitstelle, Frage ob der KTW schon soweit sei, er hätte da gleich was…

Was will man machen…also ab ins Auto und aufnehmen.  Patient XY von der Notaufnahme eines großen Krankenhauses, Rückfahrt nach Hause. Innerlicher Jubel, sowas bedeutet meist eine Heimfahrt ins Altenheim und ist im Normalfall in 45 min erledigt.

Ankunft im Krankenhaus, Frage nach unserem Patienten, Auskauft von der Notaufnahme-Schwester “Ja, den haben wir, der ist auf Box 7, wir kommen dann gleich und helfen euch…”

WIR?? HELFEN?? ganz ungutes Gefühl unsererseits…Blick in Box 7 hat das dann auch bestätigt. Unser Patient hatte seine geschätzten 150 kg und eine komplette Querschnittssymptomatik. Und informierte uns dann auch gleich darüber dass er zuhause nicht ebenerdig wohnt, aber “da sind nur 7 Stufen und dann noch zweimal 12 Stufen” JUHU…

Der Blick auf die Adresse auf dem Transportschein war dann die nächste Enttäuschung: Die Postleitzahl klang eindeutig nach “Ausland”. Auf die Frage wie weit er weg wohne erklärt uns der Patient auch ganz bereitwillig ” das sind fast 200 km aber in 1, 5 Stunden ist man da” Nächstes JUHU…

Fast 3,5 Stunden später waren wir zurück im Leitstellenbereich. Mittlerweile auch dringenden Hunger im Bauch…

Dummerweise hat der Disponent kein Verständnis dafür: ” 72/7 fahren sie mal ohne Status in Richtung Strasse XY, ich hab da was für sie…” Ja vielen Dank… war zum Glück nur eine ganz normale Krankenhauseinweisung und auf ne gute Std erledigt.

Vor der Notaufnahme, wieder frei Ansage an die Leitstelle ” 72/7 am Krankenhaus XY wieder frei und jetzt auf dem Weg in die Innenstadt zum Essen”—Funkstille— “Mahlzeit”

Nach einem ausgiebigen Essen beim goldenen M ging es uns dann auch schon besser. Zurück am Funk gab es dann sogar die Krönung, ein dickes “H” auf unserem Display…sehr fein

Es war dann fast 12 bis wir zurück auf unserer Wache und der Couch waren, vom RTW zum Glück keine Spur, daher viel Platz und Ruhe für uns.

Dann lange nichts…um zwei kam der RTW auf nen Sprung, betrat die Wache, kam bis zur Raummitte, und hat wieder in Richtung Auto umgedreht…Manchmal Läuft es schon echt blöd. Ich und mein Kollege waren noch putzmunter und wollte net recht schlafen, haben dann noch ferngesehen und über Gott und die Welt geredet, Tipps zur Materialverwaltung und Beziehungsführung ausgetauscht und um kurz vor drei dann beschlossen doch zu schlafen…

Auf dem Weg zum  Schlafraum (sind ca 8 m) ging dann typischerweise der Piepser…eh klar!

War dann eine unspektakuläre Fahrt ins Krankenhaus wegen Gyn-Uro-Gastro-Psycholgischer Beschwerden.

Von der Notaufnahme weg gleich wieder ein “C”…zur Polizei, leichtverletzte, alkoholisierte Person zur Abklärung ins KH. Kann jetzt alles sein oder nichts…

Der Patient hatte dann nur ein paar Abschürfungen und lediglich 1,4 Promille dafür aber eine abenteuerliche Geschichte wie es dazu kam…war irgendwie vom Ex-Freund seiner Ex-Freundin aus dem Auto geworfen worden weil er sich an die aktuelle Freundin des Ex-Freundes seiner Ex-Freundin rangemacht hatte. Bisschen kompliziert für die Uhrzeit und nicht immer ganz logisch…aber grundsätzlich lustig!

Danach wieder ein schönes “H”…auf der Rückfahrt Alarmierung für den RTW “Zusatnd nach Krampfanfall”…bei näherem Hinsehen stellten wir fest dass wir zwei Häuser vom Einsatzort entfernt an der Ampel standen.

Meldung an die Leitstelle ” 72/7 bereits vor Ort, übernehmen den Einsatz”. Also rein ins Haus, rauf in die Wohnung, Patient wach ansprechbar, stabil noch leicht schläfrig nach einem tonisch-klonischen Anfall bei vorbekannter Epilepsie, Patient gepackt, Kassenkarte gepackt, runter ins Auto, auf den Weg zum Bezirkskrankenhaus gemacht und erst nachdem wir schon fünf min unterwegs waren meldete sich der RTW mal zum aufnehmen… HA, wir waren schneller-umsonst aufgestanden!!

Patient dann abgegeben, noch auf nen Halb-Vier-Nachts-Kaffee gefahren und dann zurück auf die Couch. Da sind wir dann auch geblieben bis um halb sieben die Ablöse kam…

Solche Nächte mag ich…