Der Countdown läuft…
So lange nichts mehr geschrieben, aber bei neun Tagen Frühdienst und jeden Nachmittag noch an der Renovierung der neuen Wohnung arbeiten schafft einfach.
Aber jetzt hatte ich ein paar Tage frei, hab meinen Umzug soweit über die Bühne gebracht (nur noch die alte Wohnung sauber machen und in der neuen alles auspacken…)und finde auch mal wieder die Zeit zu schreiben.
War schon einiges los in letzter Zeit: Hier in meiner Stadt hat ein großes Volksfest begonnen, ich persönlich merk das auf meiner Station jetzt zwar nicht so, aber die Notaufnahme merkt es deutlich und auf dem Weg in die Arbeit liegen auch deutlich mehr Betrunkene in den Büschen als für gewöhnlich üblich…
Meine bessere Hälfte hat auch diverse San-Dienste auf diesem Fest und dann kanns auch mal ganz leicht passieren dass er sich um 19 Uhr auf den Weg macht-”Bis halb zwölf bin ich wieder da…” und wenn er heimkommt ist es dann doch schon irgendwie halb vier, weil sich die Patienten im Zelt gestapelt haben und keine Autos mehr zu bekommen waren weil einfach jeder auf der Strasse war…
Ich geh da lieber arbeiten, das ist wesentlich stressfreier bei uns weil egal was draussen los ist, ich geh um zwei…normalerweise.
Natürlich gibt es auch hier so Tage da soll es einfach nicht sein… mittag halb eins, das übliche auf die Spätschicht-zur-Übergabe warten. Kommt mein Stationsleiter zu mir und meint so ” Hey wir haben heute alle Reanimationsfortbildung und du hast die ja schon, könntest du ausnahmweise bis um drei bleiben bis wir wieder da sind??” Ja, ne klar is kein Problem, bis um drei ist nicht schlimm und bei über einer Stunde minus aufm Zeitkonto durchaus okay…
Ja dann saß ich da, ganz allein mit einem anderen Schüler vonm dritten Kurs Altenpflege und die Station war unser!!! Und es war wirklich angenehm, entgegen der üblichen Gewohnheit hat keiner geklingelt, das Telefon war friedlich, alles wirklich schön…bis 14:50— Glocke in meinem Bereich, ein Patient der nie klingelt weil er eigentlich kompletter Selbstversorger ist… na gut, aufstehen, hingehen, Probleme lösen, Menschen glücklich machen…
Mach also so die Tür auf, seh den Herrn am Tisch auf seinem Stuhl sitzen und er lässt mich garnicht meine üblich “was ist denn los?” Frage stellen sondern bricht gleich los ” Schwester, schauen sie mal schnell ich glaub meinem Nachbarn geht es nicht so gut…” ich dreh mich also ein wenig, schau mir seinen Nachbarn an, und freue mich über das Bild eines voll ausgeprägten Krampfanfalles und die schöne grau-blaue Hautfarbe des Herrn. Ja super….
Es war dann schon kurz nach fünf bis ich aus der Arbeit kam, natürlich dann schon dementsprechend kaputt, aber immerhin kein Minus mehr aufm Zeitkonto… Aber es ist schon gut dass sowas nicht jeden Tag passiert.
Heute am Sonntag geniesse ich noch meinen letzten freien Tag, ab Montag muss ich drei Tage arbeiten und Donnerstag früh geht es dann wieder los mit unserer großen verrückten BRK-Zirkustournee, besser bekannt als Wallfahrt nach Altötting. Bin dieses Jahr wieder als Sanitäter mit dabei und ich denke es wird wieder echt lustig auf die drei Tage mit den Kollegen unterwegs zu sein und am Samsatg vormittag dann mit 10.000 Leuten Altötting zu erreichen und am Abend wieder daheim zu sein und nur noch ins Bett zu fallen…
Werde danach einfach mal berichten wie es so war und wie es so geht nach drei Tagen “aufsitzen und weiterreiten”…
